Wie läuft eine Direktadoption ab?
Was bedeutet Direktadoption?
Bei einer Direktadoption reist dein Hund oder deine Katze direkt aus Rumänien zu dir in das neue Zuhause. Anders als bei einem Tier auf einer Pflegestelle in Deutschland kannst du deinen zukünftigen Mitbewohner deshalb in der Regel nicht vorher persönlich kennenlernen.
Unsere Pflegestellen in Deutschland sind begrenzt, während in Rumänien viele Tiere auf ihre Chance auf ein eigenes Zuhause warten. Mit einer Direktadoption schenkst du einem dieser Tiere die Möglichkeit, seine Reise direkt in sein Für-immer-Zuhause anzutreten.
Uns ist wichtig, dass du weißt, was eine Direktadoption bedeutet, wie unsere Vermittlung abläuft und was dich nach dem Einzug erwarten kann.
Hier ist eine wärmere und persönlichere Formulierung, die eure Arbeitsweise und den engen Bezug zu den Hunden hervorhebt:
Unsere Tiere in Rumänien
Unsere Schützlinge leben bis zu ihrer Ausreise in verschiedenen Einrichtungen in Rumänien. Dazu gehören unsere eigene Auffangstation Casa Cleo, die Auffangstation Capat, in der unsere Tierschützer Daniel und Alex die Hunde täglich versorgen und betreuen, sowie das öffentliche Tierheim in Moșnița, in dem Monica unsere Ansprechpartnerin ist.
Uns ist es besonders wichtig, unsere Hunde so gut wie möglich kennenzulernen. Deshalb ist unsere Vereinsvorsitzende Svenja regelmäßig vor Ort in Rumänien und lernt viele unserer Fellnasen persönlich kennen. Auch unsere Volontäre besuchen die Hunde immer wieder und verbringen Zeit mit ihnen.
So können wir uns von vielen Tieren selbst ein Bild machen. Bei den Hunden, die wir nicht persönlich kennenlernen konnten, erhalten wir eine ausführliche Einschätzung von unserem Team in Rumänien, welche die Hunde täglich betreuen. Sie kennen ihre Charaktere, ihre Entwicklung und ihr Verhalten ganz genau.
Durch diese enge Zusammenarbeit können wir Interessenten eine möglichst ehrliche und persönliche Einschätzung zu jedem Hund geben – damit Mensch und Hund bestmöglich zusammenfinden.
Trotz aller Erfahrung bleibt jede Einschätzung eine Momentaufnahme. Ein Tier kann sich nach dem Transport und in einer völlig neuen Umgebung anders verhalten als zuvor in Rumänien. Die meisten unserer Hunde haben bisher wenig oder gar keinen Alltag in einem Haus kennengelernt. Straßenverkehr, Haushaltsgeräusche, Treppen, Leine, Alleinbleiben oder Stubenreinheit können für sie völlig neu sein.
Ein Tierschutzhund kommt nicht „fertig“ bei dir an.Auch nach einer sorgfältigen Einschätzung können sich im neuen Zuhause Verhaltensweisen, Ängste oder Bedürfnisse zeigen, die vorher nicht erkennbar waren. Deshalb braucht es gerade am Anfang Geduld, Verständnis und die Bereitschaft, gemeinsam zu lernen.
Du hast dich verliebt?
In unseren Vermittlungsanzeigen versuchen wir, dir ein möglichst realistisches Bild des jeweiligen Tieres zu vermitteln. Wir geben – soweit bekannt – Alter, Größe, Gewicht, Charakter und aktuelle Entwicklung an.
Gerne erhältst du auf Anfrage weitere Informatione und kannst uns natürlich alles fragen, was du über deinen möglichen neuen Mitbewohner wissen möchtest.
Bitte beachte: Bei vielen unserer Tiere kennen wir weder die Elterntiere noch ihre vollständige Vorgeschichte. Angaben zu Alter, Rasse bzw. Rassemix, Gewicht und insbesondere zur späteren Größe von Welpen und Junghunden sind daher Schätzungen.
Bevor du den nächsten Schritt gehst, solltest du dir überlegen, ob ein Hund oder eine Katze langfristig in dein Leben passt. Hast du ausreichend Zeit und Geduld? Passt ein Tier zu deinem Alltag, deiner Wohnsituation und deinen Zukunftsplänen? Und kannst du die laufenden Kosten für Futter, Tierarzt, Ausstattung und gegebenenfalls professionelles Training tragen?
Eine Adoption bedeutet Verantwortung – im besten Fall für viele gemeinsame Jahre.
1. Deine Selbstauskunft
Du denkst, es könnte passen? Dann füllst du zunächst die Selbstauskunft auf unserer Homepage aus.
Nimm dir dafür bitte ausreichend Zeit und beantworte die Fragen vollständig und ehrlich. Es geht nicht darum, die vermeintlich „richtigen“ Antworten zu geben. Wir möchten dich kennenlernen und herausfinden, ob die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres und deine Lebenssituation zusammenpassen.
Wir schauen uns deine Selbstauskunft anschließend in Ruhe an und melden uns bei dir.
2. Wir lernen uns kennen
Im nächsten Schritt möchten wir mehr über dich erfahren – und du natürlich mehr über deinen möglichen neuen Mitbewohner.
In einem persönlichen Gespräch sprechen wir über deinen Alltag, deine Erwartungen, deine bisherigen Erfahrungen und darüber, was das Leben mit genau diesem Tier mit sich bringen könnte.
Wir erzählen dir alles, was wir über unseren Schützling wissen – auch mögliche Unsicherheiten oder Herausforderungen. Gleichzeitig hast du ausreichend Gelegenheit, deine Fragen zu stellen.
Unser Ziel ist nicht, möglichst schnell zu vermitteln, sondern Mensch und Tier so zusammenzubringen, dass daraus ein dauerhaftes Zuhause werden kann.
3. Der Hausbesuch
Wenn wir nach dem Gespräch gemeinsam der Meinung sind, dass es passen könnte, vereinbaren wir einen Hausbesuch bei dir.
Dabei möchten wir dich und das zukünftige Zuhause unseres Schützlings noch etwas besser kennenlernen und schauen, ob die Wohn- und Lebenssituation zu seinen individuellen Bedürfnissen passt.
Der Hausbesuch soll sich nicht wie eine Prüfung anfühlen. Wir nutzen ihn vor allem, um gemeinsam über den bevorstehenden Einzug, die Eingewöhnung, notwendige Vorbereitungen und offene Fragen zu sprechen.
Bei einem Hund ist auch die sichere Übergabe und Sicherung in der ersten Zeit ein wichtiges Thema.
Am Ende möchten wir gemeinsam ein gutes Gefühl dabei haben, dass Mensch und Tier zueinander passen und die Voraussetzungen für ein dauerhaftes Zuhause gegeben sind.
4. Die gemeinsame Entscheidung
Nach dem Hausbesuch besprechen wir uns noch einmal im Team.
Dabei berücksichtigen wir alles, was wir über unseren Schützling und sein mögliches neues Zuhause wissen. Eine ausgefüllte Selbstauskunft oder ein positiver Hausbesuch bedeutet deshalb noch nicht automatisch eine Vermittlungszusage.
Wenn du und wir überzeugt sind, dass es passt, geht es an die konkrete Planung.
Gemeinsam schauen wir, wann der Einzug gut möglich ist. Gerade in der ersten Zeit solltest du ausreichend Zeit einplanen und deinem neuen Familienmitglied möglichst viel Ruhe und Sicherheit bieten können.
5. Überlassungsvertrag und Schutzgebühr
Vor der Ausreise erhältst du unseren Überlassungsvertrag. Darin werden die Bedingungen der Überlassung sowie die verantwortungsvolle Haltung und Versorgung des Tieres geregelt.
Die vereinbarte Schutzgebühr muss spätestens sieben Tage vor der Einreise des Tieres nach Deutschland bei uns eingegangen sein.
Die Schutzgebühr hilft uns, einen Teil der Kosten zu decken, die für die Versorgung und Vorbereitung unserer Tiere sowie ihre Ausreise entstehen. Je nach Tier und Alter gehören dazu unter anderem tierärztliche Versorgung, Impfungen, Mikrochip, Entwurmung, EU-Heimtierausweis, gegebenenfalls Kastration und Transport.
6. Gesundheit und Vorbereitung auf die Ausreise
Vor ihrer Ausreise werden unsere Tiere tierärztlich untersucht und auf ihre Reise vorbereitet. Unsere Hunde sind bei der Übergabe geimpft und entwurmt.
Trotz aller Vorsorge können Parasiten oder bislang unentdeckte Erkrankungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Auch eine tierärztliche Untersuchung vor der Ausreise kann nicht garantieren, dass ein Tier vollkommen gesund ist.
Nach dem Einzug erhältst du von uns weitere Informationen und Empfehlungen zur gesundheitlichen Vorsorge. Unter anderem empfehlen wir etwa zwei Wochen nach der Adoption die Untersuchung einer 3-Tages-Kotprobe auf Parasiten.
7. Die Reise ins neue Leben
Für die Ausreise organisieren wir einen Platz bei einem Tiertransportunternehmen, mit dem wir vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Die Tiere reisen gemeinsam von Rumänien nach Deutschland. Die Übergabe findet je nach Transport entweder an unserem Vereinssitz in Gerlingen oder am Meetingpoint Nord in Visbek statt. Welcher Übergabeort für deinen Schützling vorgesehen ist und wann die Ankunft geplant ist, erfährst du rechtzeitig von uns.
Am Ankunftstag sind Mitglieder unseres Teams vor Ort und begleiten die Übergabe. Gemeinsam nehmen wir die Tiere in Empfang und achten darauf, dass die Übergabe und das Verladen ins Auto ruhig und vor allem sicher erfolgen.
Bei einem Hund erhältst du das zuvor für ihn vorbereitete Sicherheitsgeschirr. Bei einer Katze bringst du bitte eine geeignete und sicher verschließbare Transportbox mit.
Nach der Übergabe geht es möglichst direkt und ohne unnötige Zwischenstopps nach Hause – ins neue Für-immer-Zuhause.
8. Sicherheit geht vor
Der Transport und die Ankunft sind für die Tiere eine Ausnahmesituation. Selbst ein Hund, der in Rumänien offen, freundlich und entspannt war, kann durch Transport, fremde Menschen, unbekannte Geräusche und die völlig neue Umgebung zunächst verunsichert sein oder Fluchtverhalten zeigen.
Deshalb hat die Sicherung in der ersten Zeit oberste Priorität.
Dein Hund erhält bei der Übergabe ein passendes Sicherheitsgeschirr. Wie die sichere Übergabe, Heimfahrt und Sicherung in der ersten Zeit aussehen, besprechen wir vorab ausführlich mit dir.
Bitte halte dich auch dann an die vereinbarten Sicherheitsmaßnahmen, wenn dein Hund bereits nach kurzer Zeit entspannt und zutraulich wirkt.
9. Endlich zu Hause
Jetzt beginnt euer gemeinsames Leben – und vielleicht läuft manches zunächst ganz anders, als du es dir vorgestellt hast.
Manche Tiere erkunden ihr neues Zuhause neugierig, andere möchten erst einmal schlafen oder sich zurückziehen. Ein Hund kann anfangs nicht stubenrein sein, Angst vor Spaziergängen haben, nicht allein bleiben können oder auf alltägliche Dinge reagieren, die er bisher nicht kennengelernt hat.
Gib deinem Tier Zeit.
Ruhe, Sicherheit, feste Abläufe und ein eigener Rückzugsort sind gerade am Anfang wichtiger als viele Besucher, große Ausflüge oder ein volles Programm.
Es gibt keinen festen Zeitpunkt, an dem ein Tierschutzhund „angekommen“ sein muss. Manche Tiere finden sich schnell zurecht, andere brauchen Wochen oder Monate. Ihr lernt euch beide erst kennen.
10. Wir bleiben an eurer Seite
Mit der Übergabe endet unsere Vermittlung nicht.
Auch danach sind wir für dich und deinen Schützling da. Wenn Fragen entstehen, sich unerwartete Verhaltensweisen zeigen oder du unsicher bist, melde dich bitte bei uns. Gemeinsam können wir überlegen, was euch hilft und wann beispielsweise die Unterstützung durch einen qualifizierten Hundetrainer sinnvoll ist.
Bitte warte bei Schwierigkeiten nicht, bis die Situation für euch kaum noch zu bewältigen ist. Je früher wir davon wissen, desto besser können wir gemeinsam nach einer Lösung suchen.
Sollte das Zusammenleben trotz aller Bemühungen dauerhaft nicht funktionieren, wende dich ebenfalls an uns. Ein von uns vermitteltes Tier darf nicht einfach eigenständig weitergegeben werden. Unser Überlassungsvertrag sieht vor, dass das Tier zunächst unserem Verein zur Rücknahme angeboten wird.
Bereit für dein neues Familienmitglied?
Eine Direktadoption bedeutet, einem Tier eine Chance zu geben, obwohl du noch nicht genau wissen kannst, wie euer gemeinsames Leben aussehen wird.
Sie braucht Geduld, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, gemeinsam zu lernen. Dafür darf ein Tier, das bisher auf seine Chance gewartet hat, seine Reise nicht auf eine Pflegestelle, sondern direkt in sein eigenes Zuhause antreten.
Du möchtest einem unserer Schützlinge diese Chance geben? Dann fülle unsere Selbstauskunft aus. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen.
Dein Team von Hilfe für Streunerpfoten e. V.

